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Matthias Rückel | 13 Juni, 2006 17:33
Kennen Sie Lawrence Lessig? Einen Stanford Professor, der auf eine sehr persönliche Art PowerPoint Präsentationen gestaltet? Die "Lessig Methode" ist eher ein persönlicher Präsentationsstil, als eine "offizielle Präsentationsmethode". Lessig verwendet einen schwarzen Hintergrund und schreibt auf die Folien nur einen einzigen Satz. Mehr nicht. Offensichtlich ist diese Reduktion auf das Wesentliche ein solcher Unterschied zu üblichen Powerpoint Präsentationen, daß in den Diskussionsforen und Blogs daraus eine "Präsentationsmethode" wird.

Auf einer Veranstaltung der IHK in Offenbach erlebte ich zum erstenmal als Teilnehmer diesem Präsentationsstil vor Ort und war sehr angetan. Die Präsentation war klar, informativ und witzig. Kurze Zeit später fand ich beim Surfen eine Aufzeichnung eines anderen Vortrages. Dick Hardt auf der OSCON 2005. Den Ansatz von Lessig, auf einer Folie nur einen Satz zu schreiben, entwickelt Hardt zu einer Art "Film" weiter. Ein Wort, ein Bild oder ein Symbol pro Folie und das in einem atemberaubenden Tempo. Die Folien lieferen "eine synchrone Visualisierung" des gesprochenen Wortes.
Es hat mich in den Fingern gejuckt. Ich wollte wissen, ob diese Art der Präsentation im virtuellen Raum funktioniert. Zweimal hielt ich auf unterschiedlichen technischen Systemen (Foroso und Interwise) einen Vortrag auf diese Art und Weise.

Meine Erfahrungen
Die "Film-Methode" wie sie Dick Hardt weiterentwickelt hat, lässt keine Zeit und keinen Raum für Interaktionen mit den Teilnehmern und die Zuschauer fallen in eine passive und konsumierende Rolle zurück. Sie lehnen sich zurück und schauen sich den "Film" an. Dazu kommt, daß die vielen Folien schnell weitergeklickt werden müssen und durch die technische Verzögerung der Übertragung die Folien dem gesprochenen Wort hinterherlaufen.
Mein persönliches FazitDie "Orginal Lessig Methode" mit einer klaren Kernaussage auf einer Folie, die durch das gesprochen Wort ergänzt und erläutert wird, findet Anklang. Dick Hardts schneller Turbo-Stil ist im virtuellen Raum eher destruktiv.

Update: I'm Canadian!
Der gelungene Vortrag von Dick Hardt auf der OSCON 2005 hat seinen Weg in die Werbung gefunden: Lessings Präsentationsstil nun auch in der Werbung.
Bin gespannt, wer das schafft in den virtuellen Raum zu adaptieren. ;-)