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Webkonferenzen, Webinare und Live Online Trainings |
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Matthias Rückel | 03 Januar, 2007 16:46
Alexander Greisle hat in der neuen Rubrik Leben und Arbeiten in der Zukunft des innovativ.in Blog Lesetipps für die Zukunft im Jahr 2050 veröffentlicht. In einem Online Artikel der ZEIT geht es um die Kommunikationsmedien der Zukunft. Kernaussage des Artikels ist: Die Kultur entscheidet, welche Kommunikationsmedien genutzt werden.
Besonders interessant wird der Artikel bezüglich der Videoübertragung:
"Auf Bitten von ZEIT Wissen hat eine Arbeitsgruppe des Multimedia Communications Lab (KOM) der TU Darmstadt über die Zukunft der Bildtelefonie nachgedacht. Den Forschern zufolge wird es dabei bleiben, dass Gesten und Mimik von den meisten Telefonen nicht übertragen werden. Die Geschichte der Telefonie habe gezeigt, dass solche Informationen »für weite Bereiche der menschlichen Kommunikation nicht gebraucht werden oder sogar störend sind«, sagt der Kommunikationsforscher Ralf Steinmetz. »Die Menschen haben für diese Situationen sehr effektive Gesprächsmuster entwickelt, die sicher nicht aufgegeben werden.« Ähnlich sieht das die Fraunhofer-Forscherin Cuhls. Wer, etwa in Konferenzsituationen, Gesten und Mimik mitverfolgen wolle, dem erlaube das die Technik ja heute schon. Aber Kommunikation ist immer auch Preisgabe von Informationen, und die ist nicht stets in vollem Umfange gewünscht."
Damit steht die spannende Frage im Raum, werden sich Videokonferenzen nicht durchsetzen, obwohl die entsprechenden Bandbreiten gegeben sind? Und wenn doch, in welchen Anwendungsfeldern?
Jochem Neysters | 06/01/2007, 20:40
Meinrad Rombach | 04/01/2007, 18:07
Seit 10 Jahren wird diese Debatte geführt ohne dass sich was an den Argumenten ändert :-)
Videokonferenzen können Gefühle übertragen und bieten damit, wenn man´s richtig einsetzt (das erfordert aber häufig Training mit Anleitung) eine sehr große Annäherung an Präsenzsituationen. Gut also nur als 2.bester Ersatz für persönliche Treffen, nicht als Aufwertung von Mail,Tel,etc.
Ich habe über die Jahre gemerkt, dass das Training in einem für die jeweilige Anwendung geeigneten Setting VIEL wichtiger ist als irgendwelche technischen Verbesserungen. Technik hilft nur, Irritationen zu mildern bei denen, die damit neu zu tun haben oder es sehr selten nutzen. Die Bandbreite spielt also eine untergeordnete Rolle, da sie auch nur die Einstiegsschwellen beeinflusst. Es ist schon irre, wie die Hersteller von Profilösungen immer wieder neue Säue durchs Dorf treiben (derzeit HD-Auflösung) um zu suggerieren, dass die Schwelle demnächst Null sein wird. Was sich verbessert hat in den letzten Jahren: Vr allem die Verbreitung, allerdings nur an wenigen Stellen: In Chefetagen (>100 k€), im privaten LowCostbereich (Skype &Co) und in den Investitionen für Echtzeit-fähige IT-Infrastruktur innerhalb großer Unternehmen (VoIP).
Leider hat sich aber auch ne Menge verschlechtert: Die ISDN-Übertragung kam aus der Mode (hauptsächlich wegen der exorbitanten ISDN-Gebühren in den USA), ohne dass die IP-typischen Probleme (Firewall, QualityOfService) kostengünstig und sicher gelöst wurden. Am Schwerwiegendsten finde ich aber das Ausgrenzen der Data-Sharing/Collaboration Funktion aus den Profi-Geräten.
Auch hier lese ich "Bildtelefonie", obwohl Videokonferenz mal die Vereinigung von Auge, Ohr und Hand unter einem Userinterface waren. Für viele Anwendungen zwischen Chefetage und Privatwohnung hätte es da einen Markt gegeben, aber die meisten sind längst abgewandert zu reinen Datenkonferenztools, Virtual Classrooms etc. Damit kannste den o.g. Geschäftsführer aber genausowenig locken wie mit einem Wackeldackel UMTS Bildtelefon :-)
Matthias Rückel | 03/01/2007, 18:31
Das auf Videoübertragungen verzichtet wird, kann ich gut verstehen. Man(n) kann sich dann nicht mehr so leger am Schreibtisch rumlümmeln. ;-) Vielleicht sollte es der GF mit reinen Webkonferenzen probieren. Die Produktivitätsvorteile gegenüber Telefon und E-Mail sind immens und die Kamera bleibt aus.
Alexander Greisle | 03/01/2007, 17:54
Gute Frage.
Ich hatte neulich nebenbei eine Diskussion mit einem Geschäftsführer, der trotz international aufgestelltem Unternehmen für sich keinen Bedarf nach VC sah. Telefon und E-Mail reicht ihm zur Koordination, sagt er. Bloß nicht noch mehr Technik für Gespräche mit Menschen.
Dabei ist er durchaus technikaffin, daran kanns also nicht liegen.
Matthias Rückel
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Ich glaube nicht, dass die hier gepostete Aussage aus dem Zeit-Artikel richtig ist. Unsere eigenen Befragungen zum Nutzen von Videokonferenzen, haben durchgehend ergeben, dass gerade dieser Punkt (Gesten/Mimik), als ein sehr wichtiger und gewünschter Punkt angeshen wird, um die (dezentrale) Gesprächskommunikation zu optimieren. Ich persönlich empfinde es Übrigens auch so ... Vielmehr glaube ich, dass Video- und Webtelefonie bzw. -konferenzen in den Köpfen einer großen Gruppe einfach noch zu wenig vorstellbar ist. Es ist also die "kulturelle Akzeptanz" auf die der Artikel schon in der (Sub)-Headline hinweist, welche sich entwickeln muss, bis der Mainstream kommt.
Ein weiteres (temporäres) Problem bei der Einführung solcher Lösungen mag teilweise auch im Traffic-Bedarf liegen. Siehe hierzu http://www.pepperoni.net/newwork.biz/2007-01-03/voip-und-traffic
Zum Kommentar von Herrn Rombach:
In vielen Punkten kann ich mich nur anschließen, insbesondere dem Thema Schulung im Umgang mit Video- und Web-Konferenzen. HD würde ich aber nicht unterschätzen, denn eine so deutlich verbesserte Bildqualität verstärkt einfach klar das "Live-Gefühl" und die räumliche Nähe zu den Gesprächspartnern. Das macht dann schon Sinn, bspw. um die Akzeptanz zu erh�hen. Natürlich nur, wenn das System unkompliziert und stabil (!) funktioniert, und wenn vor allem ... siehe "Schulung" ,-)