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Webkonferenzen, Webinare und Webcasts |
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Matthias Rückel | 11 September, 2007 11:45

Am Samstag Abend (08.09.07) versammelte sich ein bedeutender Teil der deutschen Second Life Szene zur einer Un-Konferenz in der virtuellen Welt. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, daß 3D-Welten wie Second Life für Konferenzen und Kongresse einen Mehrwert besitzen.
Während virtuelle Kongresse und größere Konferenzen im Internet oft an ihren abstrakten, fast undurchschaubaren Strukturen leiden, war der Ablauf der Barcamps dank der räumlichen 3D-Umgebung klar und transparent.
Das Barcamp hat bewiesen, daß bei komplexeren Veranstaltungen Second Life eine Eventplattform mit besonderen Vorteilen ist. Die Teilnehmer betreten ein Veranstaltungsgebäude, kommen ins Foyer, finden einen Anschlag über das Programm und gehen ins Plemun oder in einen Raum, in dem der gewünschte Workshop läuft. Virtuelle Welten spiegeln bekannte Gegebenheiten der realen Welt wieder, dadurch ist die Orientierung für die Teilnehmer um vieles leichter als bei abstrakten Softwareoberflächen im 2D-Internet.

Bild: Agenda und Terminhinweise in Foyer
Bei einem einzelnen virtuellen Vortrag, der durch einen Klick auf einen Link zu betreten ist, ist der oben geschilderte Vorteil für die Teilnehmer noch nicht spürbar. Besteht eine Veranstaltung aber aus mehreren Veranstaltungsreihen oder -formen treten diese Vorteile stärker in den Vordergrund. Je komplexer der Kongress oder die Veranstaltung ist, desto größer die Orientierungshilfe der virtuellen 3D-Welt.

Bild: Wie im richtigen Leben, auch im 3D-Barcamp wird unter der Bank gelesen. ;-)
Das gilt natürlich nicht nur für "Un-Konferenzen" sondern auch für traditionelle Konferenzformate und Kongresse. Großgruppenformate á la "OpenSpace" können davon genauso profitieren wie Kleingruppen, die Ihre Ergebnisse als "Postersessions" präsentieren wollen.
Der Vorteil einer solchen virtuellen Konferenz liegt auf der Hand, es kann ein internationales oder globales Publikum erreicht werden, ohne die üblichen immense Investitionen in Reisezeit und Reisekosten. Von den Vorteilen für unsere Umwelt durch die reduzierte Umweltverschmutzung mal abgesehen.

Bild: Sebastian erklärt zu Beginn den Ablauf eines Barcamps
Erfolgsfaktoren für eine gelungene virtuelle Konferenz in einer 3D-Welt
1. Die Informationen vor Ort

Bild: Infotafeln auf dem Barcamp
2. Die Architektur
Sebastian hat im März in einem Vortrag erwähnt, daß virtuelle Gebäude mindestens doppelt so groß sein sollten wie ihre realen Vorbilder. Deshalb sollten virtuelle Kongresszentren den Gegebenheiten einer virtuellen Welt angepasst sein. Lange enge Gänge sind zu vermeiden. Einen zentralen großer kreisförmiger Raum mit allen Informationen und Servicepersonal stelle ich mir optimal vor. Das Veranstaltungsgebiet kann meines Eindruckes nach nicht großräumig genug sein, um eine gute Übersicht zu gewährleisten.
Der Service
Zu einer größeren Veranstaltung sollten als Service ein Testtermin oder Testgelände für Neueinsteiger angeboten werden, damit auch Second Life Neulinge in einen ungetrübten Genuß kommen können.
Auch in Second Life bedarf die virtuelle Veranstaltung der Moderation, durch die erfolgte Integration der Sprachkonferenz ist dies sogar noch notwendiger geworden. Hier bieten Webkonferenzsysteme Vorteile gegenüber der 3D-Welt, da dort Werkzeuge zur Moderation zum Standard gehören.
Fazit
Für Veranstalter großer Kongresse und Konferenzen ist die Zeit gekommen, sich mit virtuellen 3D-Konferenzen auseinander zu setzen. Nochmal ein großes Kompliment an Sebastian und seinen Mut für Experimente!