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Matthias Rückel | 09 März, 2008 13:14

Bild: Gute Übersicht und klare Gliederung auf der Kongressinsel
Gebäude sind in Second Life als Schutz vor dem Unbill der Natur nicht nötig. Es gibt dort keinen Regen, Winterstürme auch nicht. Gebäude haben in Second Life nicht die Aufgabe vor schlechter Witterrung zu schützen, sondern "die Oberfläche der Medien zu einem Raum zu machen, in dem man sich wie in der Umwelt aufhalten, orientieren, bewegen und handeln kann" (Florian Rötzer, 1995)
Es findet ein Wechsel von der Seitenmethapher des Internets (2D) zur 3D-Raummethapher des Metaverse statt. Der virtuellen Raum der 3D-Welt ist so zu gestalten, daß er den Nutzern Orientierungshilfe ist. Dabei kann innerhalb der virtuellen Welt auf das Erfahrungswissen aus der realen Welt zurückgegriffen werden. Zusätzlich sollte den Besonderheiten der virtuellen Welt (z.B. können Avatare fliegen und sind in Second Life augenblicklich noch Grobmotoriker) Rechnung getragen werden.

Bild: Das unübersichtliche Foyer eines Kongresszentrums
Der Verzicht auf Treppen, Fluren, Schilderwälder und Türen erhöht die Orientierung und vereinfachen die Bewegung erheblich. Eine gute Mischung ist eine Anlehnung an reale Architekturmuster, die auf das in einer virtuellen Umgebung Notwendige reduziert wird.
Die vhs-Goslar verfolgt hier ein extremes Modell und stellt ihren Dozenten "nur" leere Plattformen als Unterrichtsräume zur Verfügung. Die Dozenten bringen ihre gesamte Klassenzimmereinrichtung selbst mit.
Architekturbeispiele
Die oben abgebildete Vortragsinsel der IT-Republik ist übersichtlich gestaltet und sogar zu großzügig geraten. Die raumgreifenden Ränge sind größer als der normale Chatradius (20 Meter) und verhindern damit Chat-Rückfragen an den Vortragenden durch das Publikum.

Bild: Geschäftspark als mögliche Vorlage für Lernparks?
Die Vorteile von offenen Landschaften, die mit "Lernwegen" durchzogen sind, wurden hier schon vorgestellt. Ist zu wenig Platz vorhanden, kann ein komprimierte Form in Gestalt eines Lernparks eine sinnvolle Alternative ein.

Bild: Beschriftung auf den Dächern helfen bei der Orientierung
Gebäude und Räume können in Second Life eine Alternative sein, um Trainings und Seminare geschützt vor der neugierigen Öffentlichkeit durchzuführen. Da Fliegen in Second Life eine übliche Fortbewegungsmethode ist, unterstützt die Beschriftung von Dächer die Orientierung innerhalb eines Campus.

Bild: Fehlende Seitenwände erleichtern die Orientierung
Öffentlich zugängliche Bereiche sind durch den Verzicht auf Türen und Seitenwände für die Besucher deutlich einfacher und unkomplizierter erreichbar.

Bild: Informationen über ein Forschungsprojekt
Neben der Landschafts- und Architekturgestaltung sind Informationstafeln ein zentrales Elemenet um die Orientierung und Benutzerfreundlichkeit zu erhöhren. Die Hamburger Universität installierte auf ihrer Insellandschaft Tafeln mit Erklärungen der dort geplanten Projekte. Durch diese einfache Maßnahme hob sich die Hamburger Uni positiv von anderen Universitätsprojekten ab.
Die drei gezeigten Beispiele Geschäftspark, Dachbeschrfitungen und fehlende Seitenwände können Sie übrigens auf der Insel Kielkanal begutachten.