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Webkonferenzen, Webinare und Live Online Trainings |
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Matthias Rückel | 29 Januar, 2010 15:30
Um die zentrale Frage des Blogs Carnivals gleich am Anfang zu beantworten, Ja, Webinare und Webkonferenzen funktionieren, technisch auf jeden Fall. Als ich 2000 erste Webinare druchführte, sah das leider noch anders aus. Jedes Webinar war ein technischer Balanceakt, der so manches mal auch schiefging.
Online-Seminare, Vorträge und Konferenzen funktionieren ansonsten genauso gut oder schlecht wie Präsenzveranstaltungen. Sie können langweilig oder spannend sein, zum Gähnen oder zum Mitmachen animieren.
Wie bei realen Veranstaltungen sollte der Verantwortliche sein Handwerk beherrschen, dazu kommt noch die Software und dann klappt es schon. Ausgebildete Online Moderatoren sind allerdings nach wie vor Exoten und rar gestreut. Übrigens steckt noch viel Wachstumspotential in dem Thema, denn Ende 2008 nutzen laut einer Netviewer-Studie erst 18% der deutschen Unternehmen Webinare und Webkonferenzen.
Webinare und Webkonferenzen sind also dabei sich im großen Stil zu etablieren. Aber damit sind die Möglichkeiten der virtuellen Zusammenarbeit und Kommunikation in Echtzeit nicht erschöpft.
Webinare und Webkonferenzen sind "Events" mit einern definierten Anfang und Ende. Die Entwicklung geht darüber hinaus, um in einem verteilten Team oder innerhalb eines Netzwerk kontinuierlich über den ganzen Tag zusammen zu arbeiten.
Jeder Skypenutzer kennt dies, weil er in den Statusmeldungen sieht wer gerade online ist. In Unternehmen gibt es entsprechende Firmensoftware wie IBM Sametime, die ähnliche Funktionen unterstützten.
Marratech, ein Desktop-Videokonferenzanbieter, der 2007 von Google gekauft wurde, propagierte schon frühzeitig eine Multipoint-Videokonferenz vom Arbeitsplatz aus, die den ganzen Tag über lief und taufte dieses Konzept "Virtual-Office".
Ständig unter Videobeobachtung zu stehen ist nicht zwangsläufig angenehm, auch wenn die Situation mit einen größeren Büro vergleichbar ist, welches mit mehreren Kollegen geteilt wird. Vielleicht der Grund warum sich das Konzept des "Video-Virtual-Office" bis jetzt nicht wirklich durchgesetzt hat.
Unterhalb der Stufe "Video" und "Audio" ist die kontinuierliche Kommunikation per Chat oder webbasierten Projekträumen mittlerweile weit verbreitet. Bei Bedarf werden Funktionen wie virtuelle Beamer oder Application Sharing hinzugenommen.
Neben der Tendenz vom "Event" zum "Virtual Office" ist eine zweite Entwicklung beachtenswert, nähmlich die Entwicklung hin zum 3D-Raum.Mittlerweile gibt es erste Erfahrungswerte, die zeigen dass Trainings und Konferenzen in 3D gegenüber der 2D Welt anders sind, in manchen Bereichen einen Mehrwert bieten und in anderen Fällen ungünstiger sind. Zum Beispiel bei der Steuerung von Umfragen oder dem Einholen von Feedback. Auch die schriftliche Zusammenarbeit per Whiteboard ist im augenblicklichen Stadium noch nicht befriedigend.
Richtig spannend wird es, wenn das Konzept des "Virtual Office" auf 3D-Räume übertragen wird. Mit Hilfe der Immersion ist ein gemeinsamer Büroraum erlebbar. Seine Gestaltung und Architektur können die Nutzer ebenso beeindrucken und beeinflußen wie reale Architektur. Dies aktiv kann zur Unternehmenskommunikation und Bindung an Projekt oder Firma genutzt werden. Auch das unangenehme Gefühl den Blicken der anderen Kollegen ausgesetzt zu sein, existiert Dank der digitalen Stellvertreter, den Avataren, nicht.

Bild: Virtual Office im Dörfli
Ein Prototyp eines virtuellen Office in 3D wird Bestandteil der Ausstellung im Dörfli zum Fernstudientag 2010 sein.
Matthias Rückel
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