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Second Life

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Second Live - Drei Schritte zu professionellen virtuellen Veranstaltungen

Matthias Rückel | 20 November, 2006 12:25

Durch einige Veranstaltungsbesuche in der virtuellen Welt Second Life steht für mich fest, daß virtuelle Veranstaltungen dort deutlich größere und ausgeprägtere Probleme mit sich bringen, als bei der Nutzung normaler Webkonferenzsysteme und virtueller Klassenräume. Den höheren Hürden wird leider noch kein entsprechender Mehrwert entgegengesetzt.

Virtuelle Veranstaltungen lassen sich heute im Internet schnell, spontan und ohne größere Aufwände organisieren und durchführen. Die hohen technischen Anforderungen von Second Life, die komplexe Handhabung der Oberfläche und die große Handlungsfreiheit der Avatare begründen für Neulinge eine extrem hohe Einstiegsschwelle. Als Besucher mehrerer Veranstaltung musste ich erleben, dass die Kombinationen aus Second Life (für die visuelle Übertragung) und Skypecasts (für die Sprachübertragung) eine sehr instabile Lösung ist. Die Übertragung der Sprache innerhalb von Second Life lief dagegen deutlich stabiler.

Wo bleibt das Innovative?

Die Übertragung einer Folienpräsentation vor einem Publikum kann mit Hilfe klassischer Webkonferenzsysteme deutlich unkomplizierter und einfacher umgesetzt werden. Einem neuentwickelten Veranstaltungsformat, das die Möglichkeiten eigenständiger Avatare in einer virtuellen Welt ausschöpft und dieser virtuellen Welt angemessen ist, bin ich bis jetzt nicht begegnet.

Ungenutzte Potentiale


Ich bin nur ein Gelegenheitsbesucher von Second Life, mir ist aber aufgefallen, daß die Möglichkeiten virtuelle Gegenstände zu erschaffen und einem Teilnehmer zu übergeben, die Veränderung von Eigenschaften und Fähigkeiten der Avatare durch Gegenstände, ebenso wie medienangemessene Hilfestellungen bei der Bewältigung der komplexen Oberfläche, nicht vorhanden oder nur rudimentär für Veranstaltungen genutzt werden.

Second Life stellt in diesem Zusammenhang nicht den eigentlichen virtuellen Trainings- oder Vortragsraum dar, sondern bildet die Entwicklungsplattform, auf der neue einer virtuellen Welt angemessene Veranstaltungsformen entwickelt werden können. Die jetzt begonnene Schaffung von virtuellen Veranstaltungsgebäuden, Konferenzräumen oder Versammlungsplätzen stellt einen ersten und richtigen Schritt dar.

Die nächsten beiden Schritte

Der zweite Schritt für professionelle Live-Online-Meetings und Live- Online-Trainings in Second Life besteht meiner Auffassung darin, die Funktionen und Prozesse klassischer Webkonferenzsysteme und virtueller Klassenräume auf die virtuellen Gebäude und Veranstaltungsräume in Second Live zu übertragen. Damit würde ein grundlegender Baustein für ein positives Erleben virtueller Kommunikation in Second Life gelegt.

Der dritte Schritt bildet die Entwicklung neuer Formate, Ansätze und Konzepte, die die besonderen Möglichkeiten und Freiheiten einer virtuellen Welt wie Second Life mit ihren Avataren gezielt für professionelle Gruppenkommunikation und Lernprozesse ausschöpft. Auf der Basis dieser ersten Erfahrungen entsteht anschließend ein Entwicklungskreislauf aus virtuellen Veranstaltungsformaten, neuentwickelten Hilfsmitteln und echtem Mehrwert für Vortragende, Trainer und Teilnehmer.

Mein Fazit

Mit den jetzt bestehenden Veranstaltungsformaten der Pioniere in Second Life ist ein erster mutiger Schritt getan. Dabei darf es nicht bleiben, sondern es müssen gezielt Vorteile und ein subjektiver Mehrwert gegenüber bestehenden Webcasts, Webinaren und Webkonferenzen herausgearbeitet werden. Ansonsten gibt es für Organisatoren und Teilnehmer virtueller Veranstaltungen keinen ausreichenden Grund sich auf die höheren technischen Anforderungen und die komplexe Bedienungsoberfläche der virtuellen Welt Second Life einzulassen. Die Faszination der neuen exotischen Umgebung und ihrer Bewohner alleine wird nicht ausreichen um Second Life zu einem "Second Live" Erlebnis zu erheben.

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Marcus Breuer | 28/11/2006, 15:46

Es gibt aber genauso viele Teilnehmer, die aufgrund der bestehenden Beschränkungen müde abwinken. Ein deutsches Beispiel hier. Es gibt viele andere ähnliche Beiträge in der Blogosphäre.

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Jochen Robes | 22/11/2006, 11:45

Matthias Rückel hat mir etwas voraus: Er hat sich nämlich bereits in die virtuelle Welt von Second Life begeben und seine Eindrücke in mehreren Berichten festgehalten.

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Matthias Rückel | 20/11/2006, 20:00

Hallo Sebastian, ich habe extra keine Veranstalter genannt, weil es sich zu großen Teilen nicht (!) auf Eure Arbeit bezieht. Ja, bei Euch hat es auch Probleme mit dem Skypecast gegeben, aber ich habe noch ganz andere Dinger erlebt. Ihr habt sehr gute Idee und Ansätze, zum Beispiel die SL-Einführungsrunden, die Ihr auch gut umsetzt. Ihr bedient mit dem Webmontag eine Zielgruppe denen die Hürden von Second Life zuzumuten ist. Ich komme von der anderen Seite und habe regelmässig Anwender, die ein Headset nicht korrekt einstöpseln können. Ohne den mutigen Pioniergeist am Anfang mit dem Risiko zu Pleiten, Pech und Pannen geht nichts, daß ist klar. Technische Probleme relativieren sich immer und wenn die Technik stabil ist, dann wird es erst richtig spannend!

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Sebastian Küpers | 20/11/2006, 18:30

Danke für dieses sehr ausführliche Feedback. Ich gehe mal davon aus, dass sich dieses zu großen Teilen auf die Veranstaltungen von Corecon bezieht.

Unser Ziel entspricht genau der Forderung nach Formaten, die den Möglichkeiten einer virtuellen Welt gerecht werden.

Der Weg dahin ist allerdings - wie man sieht - holprig und nicht ganz einfachs ... Fehler müssen erstmal begangen werden

Wir bleiben aber auf jedenfall dabei uns sind eigetnlich nach jedem Event hoch motiviert, nächstes mal noch ein paar Punkte besser zu machen.

Das Audio Problem wurde glückicher Weise komplett aus dem Weg geräumt. Bei der nächsten Veranstaltung wird definitiv eine wesentlich stabiliere Lösung zum Einsatz kommen, als bisher.

Aber gerade auch an der gezielten Nutzung virtueller Welten arbeiten wir und werden hier nach unserem Umzug auf einen der Pixelpark Expo Sims ein paar Neuerungen zeigen können.

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